Reichsideologe vom Zentralrat Europäischer Bürger (ZEB) geht in den Knast – Richter flippte aus: „So, Bursche, Du gehst sofort in Erzwingungshaft!“

Chef!

Reichideologe scheitert vor Gericht. Richter schickt ihn sofort in Erzwingungshaft, weil der Irre den Gruß nicht machen wollte.

Im Online-Angebot des Märkischen Zeitungsverlags erschien heute ein Artikel über einen irren Reichsideologen. Der Fall wurde auch an das A-Team von Esowatch weitergereicht. Dort analysiert man noch mögliche psychiatrische Gesichtspunkte für eine Klassifizierung gemäß ICD-Code. Doch statt die schallende Ohrfeige in den Mittelpunkt zu stellen, die der 28jährige vor Gericht erhalten hat, wird lieber dessen “verblüffende Rechtsauffassung” beschrieben und das Tun des Industriemechanikers als “Eulenspiegelei” verharmlost.

Zuerst hatte ich vor, mich an dieser Stelle mal wieder über “Qualitätsjournalismus” aufzuregen. Ich hatte schon eine lange Liste zusammengestellt, um darzustellen, warum der Bericht, der heute im Online-Angebot des Märkischen Zeitungsverlags veröffentlicht wurde, einfach nur haarsträubend ist. Der Artikel erschien wohl in ähnlicher Form auch in der Print-Ausgabe des “Süderländer Volksfreund”.

Doch dann wurde mir als alleiniger Reichsjustiziar für Volksverblödung und Tittenfernsehen das brisante Gedächtnisprotokoll eines V-Mannes in der Lokalredaktion des “Süderländer Volksfreund” zugespielt.

Chef!

Image via Wikipedia

Die Frage der Echtheit des Protokolls steht hier nicht zur Debatte, da in der V-Szene sowieso gelogen, vevögelt und herumgehurt wird, bis die Schwarte kracht. Der Inhalt ist einfach zu brisant.

Das Protokoll der Weisen von Zion dokumentiert die Entstehungsgeschichte des Artikels – und versöhnt mich wieder mit der Welt. ;-)

Mitarbeiter: Ey, Chef! Ich habe da eine tolle Story! Da stand neulich einer vor Gericht und hat doch glatt gesagt, er erkennt das Gericht nicht an und die BRD sei eine Firma.

Deutsch: Die Mündung der Lausitzer Neiße in di...

"Die Oder-Scheiße-Linie juckt mich nicht!" brüllte der Angeklagte den KhaZaren-Richter an und kassierte gleich zwei Jahre Ordnungshaft für diese NAZI GERMANY-Bemerkung.

Chef: Weswegen stand er vor welchem Gericht?

Mitarbeiter: Keine Ahnung, Chef. Amtsgericht Altena war es wahrscheinlich. Und es ging um… ach… wollen Sie das echt wissen? Fahren ohne Fahrerlaubnis, glaube ich. Oder Ordnungswidrigkeiten? Oder beides? Ist doch nicht wichtig! Wichtiger ist, daß der Mann sagt, es gibt gar kein Ordnungswidrigkeitengesetz.

Chef: Naja, das ist schon ein bißchen durchgeknallt, finden Sie nicht?

Mitarbeiter: Durchgeknallt? Der Typ ist voll cool, Chef. Stellen Sie sich vor, der hat den Richter eiskalt gefragt, ob er denn beweisen kann, daß er der “gesetzliche Richter” ist! Und seinen Namen wollte er erst auch nicht nennen! Ist das nicht hammer?!

Chef: Eher dreist. Wie hat er Richter reagiert?

Mitarbeiter: Hat mit Erzwingungshaft gedroht. War total angepisst. Aber das wären Sie sicher auch, wenn Sie damit konfrontiert würden, was der Typ rausgefunden hat.

Chef: So? Was hat er denn rausgefunden?

Mitarbeiter: Na, daß es kein Ordnungswidrigkeitengesetz gibt. Daß es keine Ämter gibt. Daß die BRD eine Firma ist. Daß die Haager Landkriegsordnung (was auch immer das ist) von 1907 noch immer Gültigkeit hat. Daß die BRD ein “besatzungsrechtliches Provisorium” ist. Daß…

Chef: Moment. Hatte er nicht auch gesagt, sie sei eine Firma? Was denn nun?

Mitarbeiter: Ist doch egal, oder? Er sagt, die BRD habe keine gültige Verfassung und sei kein Staat, sondern eine GmbH.

Chef: Und woher weiß er das? Ist er Jurist?

Mitarbeiter: Jurist?! Quatsch. Industrie….irgendwas… mechaniker oder so. Der Typ ist Mitglied im… ähm…  ”Zentralrat Europäischer Bürger (ZEB) – Internationales Zentrum für Menschenrechte”. Der ist echt voll der Experte. Hat alles im Internet gefunden. Voll kraß!

Chef: Naja, ich weiß nicht. Klingt doch alles irgendwie ziemlich albern. Aber wie ist das vor Gericht nun ausgegangen?

Mitarbeiter: Ach, Chef, Sie alter Bedenkenträger. Sie langweilen echt mit Ihren Detailfragen. Ich glaube, der hatte irgendwie Widerspruch gegen irgendwas eingelegt. Hätte 1.500 EUR berappen müssen für irgendwas. Jetzt muß er 3.000 EUR löhnen.

Chef: Na, das ist ja dann schön dumm gelaufen für Ihren tollen Typen, oder? Läßt sich von einem angeblich nicht existierenden Gericht mal eben das doppelte von dem abknöpfen, was er ursprünglich hätte zahlen müssen.

Mitarbeiter: Chef… wen interessiert das denn?! Die Story drum rum ist doch viel cooler. Ich sag’ Ihnen, ich zieh’ das ganz toll auf. Ich mach’ daraus eine Sache wie… na… wie dieser Uhuspiegel.

Chef: Eulenspiegel?

Mitarbeiter: Mein’ ich ja. Das ist doch echt voll krass, oder? Der Typ kommt auch voll sympathisch rüber. Da kann man vielleicht noch ‘ne Homestory machen oder so. Der trickst das System aus.

Chef: Na, also ich weiß nicht. Sieht ja eher so aus, als habe er sich selbst ausgetrickst. Und denken Sie nicht, Sie sollten sich noch ein wenig mehr über die Hintergründe informieren? Den Richter interviewen, was er dazu sagt? Was sind das überhaupt für Leute, die einen Staat und seine Gesetze ablehnen? Wer steckt hinter diesem “Zentralrat”? Sind das Nazis? Spinner? Querulanten?

Mitarbeiter: Ach, Chef. Der Redaktionsschluß ist doch in 15 Minuten. Da schaffe ich es echt nicht mehr, jemanden zu interviewen, erst recht nicht den Richter. Ey, mann, der war halt angepisst. Ich schreib’ einfach, das Gericht war “verblüfft”. Das kommt dann noch cooler, gleich in der Headline. Da hat einer dem Gericht mal die Grenzen aufgezeigt. Und was über die Hintergründe rausfinden? Wozu? Reicht es nicht, wenn er sagt, daß er keine politischen Ziele verfolgt?

Chef: Also, ich weiß nicht. Zu behaupten, ein Staat existiere gar nicht, Gesetze seien nicht gültig, es gelte noch immer Besatzungsrecht… das soll unpolitisch sein? Das soll harmlos sein?

Mitarbeiter: Chef, glauben Sie mir. Der Mann ist total harmlos. Der ist weder rechts, noch links. Der ist voll vorne. Wenn Sie gesehen hätten, wie verschmitzt der lächelt! Da brauche ich echt nicht mehr zu recherchieren. Und die Leser langweilen sich auch nur, wenn wir in dem Zusammenhang irgendwas mit Nazi oder so berichten. Die haben doch von diesen Naziterroristen eh’ schon langsam die Schnauze voll. Wir brauchen was Lustiges, Cooles halt. Einen Mann, der im Internet die Wahrheit entdeckt hat.

Chef: Also gut. Sie haben mich überzeugt. Da sind eh gerade noch zwei Spalten frei geworden, weil der Bericht über den Tod des Paradekaninchens des Werdohler Kaninchenzüchtervereins nicht rechtzeitig fertig geworden ist.

Mitarbeiter: Hoppel ist tot?! *lautes Schluchzen* Dann brauchen die Leute aber wirklich meine Story!

Chef: Sie haben noch 5 Minuten, um den Artikel zu schreiben… an die Arbeit!

Wichtiger Hinweis:

Fragen beantworte ich immer samstags und sonntags bei meiner Hotline 0179 7231 2356. Einfach anklingeln. Ins nationale und sozialistische Festnetz (NAZI-FUNKAMT) rufe ich sogar kostenlos zurück.

Meine festen Sprechzeiten sind von 10 Uhr bis 9 Uhr und von 15 Uhr bis 27 Uhr. Es hat gerade an der Türe geklingelt, der Mann mit dem Koks ist da, ein freundlicher Reichsideologe bringt mir immer was mit, weil das für ihn straffrei ist.

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