Auf wie viel Vermögen hat es Putin gebracht? Oppositioneller Nemzow beleuchtet seine Vermögensverhältnisse.

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English: Vladimir Putin in KGB uniform Deutsch: Der junge Wladimir Putin in KGB-Uniform Français : Vladimir Poutine en uniforme du KGB (Photo credit: Wikipedia)

Wie viel ist der russische Präsident wert, woher kommt sein Geld? Der Bericht ist nur 32 Seiten stark und voller bunter Bilder. Oppositioneller Nemzow beleuchtet seine Vermögensverhältnisse. Nemzows Mutter Dina Jakowlewna Eidman war Kinderärztin, sein Vater Jefim Dawydowitsch Nemzow Funktionär der KPdSU und einige Zeit Vize-Bauminister der UdSSR. Nach der Scheidung von ihrem Ehemann zog Nemzows Mutter mit ihren Kindern nach Gorki (seit 1991 Nischni Nowgorod). Nemzow erwähnte ausdrücklich in einem Interview „jüdischen Blutes“ zu sein. (течёт еврейская кровь) Prachtvolle Villen und Sommerhäuser, teure Uhren, Flugzeuge und Hubschrauber. Das gehört alles zum Luxusleben des russischen Präsidenten Wladimir Putin, behaupten die Autoren der Broschüre, Oppositionspolitiker Boris Nemzow und Leonid Martynjuk. Ihr Dossier trägt den Titel: „Das Leben eines Galeeren-Sklaven: Paläste, Yachten, Autos, Flugzeuge und anderes Zubehör.“

Ein kleiner Seitenhieb, denn vor vier Jahren hat Putin gesagt:

„Acht Jahre lang schuftete ich wie ein Galeeren-Sklave und gab alle meine Kräfte. Ich bin mit den Ergebnissen meiner Arbeit zufrieden.“

Die Autoren des Berichts sehen das anders. Putin klammere sich an die Macht, auch weil er sich an Reichtum und Luxus gewöhnt habe und darauf nicht verzichten wolle, schreiben sie in der Einleitung. Sein Einkommen beträgt offiziell etwa 100.000 Euro. Putins Pressesprecher Dmitri Peskow wies bereits vor der Präsentation des Berichts alle Vorwürfe zurück. Putin benutze nur Staatseigentum, er sei sogar verpflichtet, bestimmte Objekte zu nutzen, sagte Peskow der Zeitung „Kommersant„.

Boris Nemzow hat schon in ähnlichen Berichten die Vetternwirtschaft Putins angeklagt: „Putin. Bilanz“ oder „Putin. Korruption“. Seine neue Publikation ist eher populistisch gestaltet. Eine Grafik weist die seit 1999 sinkende Anzahl von Schulen und Krankenhäusern in Rußland aus, während die gegenüber liegende Seite ein Foto der prachtvollen Präsidialresidenz Nowo-Ogarjowo bei Moskau mit Schwimmbad, Pferdestall und Hubschrauberlandungsplatz ziert. Insgesamt stehen Putin 20 Paläste, Villen und Residenzen zur Verfügung, neun davon sind unmittelbar während seiner Regierungszeit entstanden, schreiben die Autoren. Der Präsident benutze eine Flotte von 43 Flugzeugen und 15 Hubschraubern, die insgesamt eine Milliarde US-Dollar kosten. Die private Uhrsammlung von Putin schätzt Nemzow auf etwa 550.000 Euro – normalerweise müsse er dafür sechs Jahre arbeiten.

Die Autoren berufen sich auf Medienberichte. Von den 20 aufgezählten Palästen und Villen befinden sich 14 tatsächlich im Staatseigentum und dienen offiziell als Residenzen des Präsidenten oder des Premiers. Die sechs übrigen Häuser stehen nicht in Verbindung zum Präsidenten, die Präsidialverwaltung hatte das auch mehrfach bestritten.

Bemerkenswert ist die Geschichte des Ferienhauses im Gelendschik am Schwarzen Meer. 2010 schrieb der in die USA ausgewanderte Unternehmer Sergei Kolesnikow einen offenen Brief an Dmitri Medwedjew, in dem er über den „Palast“ erzählte, der angeblich für Putin persönlich an der Küste gebaut und durch intransparente Geschäfte finanziert wurde. Den Wert des Hauses schätzte Kolesnikow auf eine Milliarde US-Dollar. Von drei Hubschrauberlandeplätzen, einem Kasino und umfangreichen Sicherheitsanlagen war die Rede. Die Zeitung „Nowaja Gaseta“ veröffentlichte später Bau-Dokumente, die von hohen russischen Beamten unterschrieben worden waren.

Offiziell gehörte die Villa dem Unternehmer Nikolai Schamalow, einem Freund Putins. Im März 2011 wurde der „Palast“ für 250.000 Euro verkauft.

Der neue Besitzer Alexander Ponomarenko macht Immobiliengeschäfte zusammen mit Arkadi Rotenberg, Putins Jugendfreund.

Obwohl die Medien keine belastbaren Beweise fand, wurde das Haus seinen Namen nicht mehr los: „Putin-Palast“.

English: Vladimir Putin at school age

English: Vladimir Putin at school age (Photo credit: Wikipedia)

Siehe auch: Are you If not, could you forward this site to this person? Arkady Rotenberg ?

Die Gerüchte, daß das eine oder andere prachtvoll aussehende Gebäude „Putins Datscha“ sei, entstehen in Rußland immer wieder, oft haben sie mit der Realität wenig zu tun. So waren Einwohner des Dorfes Chabarowka am Altai-Gebirge lange sicher, daß in ihrer Region ein weiterer Palast für den Präsidenten entstehen sollte.

Doch es stellte sich heraus, daß der Öl- und Gaskonzern Gasprom hier einen Hotel-Komplex bauen ließ.

Die Zeitschrift „Dengi“ berichtete, daß die Dorfbewohner versuchten, ihre Häuser zu überteuerten Preisen zu verkaufen und begründeten dies mit der angeblich prominenten Nachbarschaft.

Gerüchte, immer wieder Gerüchte, aber keine Beweise. Das erste kam Anfang der 90er Jahre auf, als eine Kommission unter der Leitung der St. Petersburger Abgeordneten Marina Salje zu dem Schluß kam, daß Wladimir Putin während seiner Arbeit in der Stadtverwaltung Rohstoffe für etwa 100 Millionen US-Dollar verkauft statt Lebensmittel für die Bevölkerung gekauft hatte. Doch die Staatsanwaltschaft weigerte sich, in dem Fall zu ermitteln. Als Putin 2000 zum Präsidenten gewählt wurde, zog Salje in ein Dorf, in dem sie bis zu ihrem Tod im Sommer 2012 lebte.

Im Jahr 2007 zählte der Politologe Stanislaw Belkowski Putin zu den reichsten Menschen der Erde und schätzte sein Vermögen auf 40 Milliarden US-Dollar. Putin habe Kontrolle über 4,5 Prozent der Gasprom-Aktien sowie einen 37-Prozent-Anteil des Energieversorgers Surgutneftjegas, sagte Belkowski der „Welt“ und fügte später im britischen „Guardian“ hinzu, daß Putin 75 Prozent des Ölhandelunternehmens Gunvor kontrolliere, das de jure seinem Freund Gennadi Timtschenko gehört.

Die Unternehmen widersprachen diesen Aussagen und Beweise hat Belkowski nie vorgelegt.

Heute sagt er: „Vor Gericht könnte ich das nachweisen.“

Die genaue Summe habe sich lediglich entsprechend des Marktwertes der Unternehmen geändert. „Das Problem ist, dass man das Vermögen Putins vom Reichtum seiner Geschäftspartner nicht trennen kann. Formell ist Wladimir Putin wahrscheinlich kein Eigentümer dieser Anteile, aber faktisch werden sie von ihm kontrolliert“, sagt Belkowski.

Russian economy since fall of the Soviet Union...

Russian economy since fall of the Soviet Union (2008 international dollars) (Photo credit: Wikipedia)

Tatsächlich geht es Wladimir Putin wohl viel weniger um den äußerlichen Luxus als um die Kontroll-Möglichkeiten sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft. Insofern wird es immer schwierig bleiben, sein „Vermögen“ zu messen, seien es indirekte Anteile an Offshore-Gesellschaften oder informelle geschäftliche Vereinbarungen. Was dennoch sichtbar ist: Der Einfluß von „Putins Garde“ in der Wirtschaft. Die russische Ausgabe des Magazins Forbes veröffentlichte ein Ranking von zehn engen Freunden des Präsidenten, die hohe Kommandoposten in der russischen Wirtschaft bekleiden. Sie verwalten sechs der zehn größten russischen Unternehmen, deren Gewinn mehr als ein Fünftel des russischen Bruttoinlandsprodukts beträgt: Rosneft, Gasprom, die Eisenbahn, Sberbank, Transneft.

Zu Putins Freunden gehören etwa Juri Kowaltschuk, den der Präsident seit seiner St. Petersburger Zeit kennt. Er kontrolliert die „Nationale Mediengruppe“, der Anteile an mehreren russischen Fernsehsendern und Zeitungen gehören. Die Unternehmen von Arkadi Rottenberg, Putins Judo-Partner bekamen lukrative Bauaufträge von Gasprom. Die Frage, ob und inwiefern Putin persönlich davon profitierte, bleibt offen. Kaum einzuschätzen ist auch, was Russland mehr schadete – Putins vermuteter „Reichtum“ oder die gegenseitige Abhängigkeit zwischen ihm und seiner Umgebung. „Die Kernfrage ist nicht nur die Figur von Wladimir Putin, sondern die Änderung des politischen und wirtschaftlichen Systems“, sagt der Politologe Belkowski. „Wenn die Opposition auch weiter alles auf eine Dämonisierung von Putin reduzieren wird, macht sie einen Fehler.“

4 Kommentare zu “Auf wie viel Vermögen hat es Putin gebracht? Oppositioneller Nemzow beleuchtet seine Vermögensverhältnisse.

  1. Reblogged this on alexanderplatz 1 berlin – wir sehen uns und kommentierte:

    Nemzows Mutter Dina Jakowlewna Eidman war Kinderärztin, sein Vater Jefim Dawydowitsch Nemzow Funktionär der KPdSU und einige Zeit Vize-Bauminister der UdSSR. Nach der Scheidung von ihrem Ehemann zog Nemzows Mutter mit ihren Kindern nach Gorki (seit 1991 Nischni Nowgorod). Nemzow erwähnte ausdrücklich in einem Interview „jüdischen Blutes“ zu sein. (течёт еврейская кровь)

  2. Auf wie viel Vermögen hat es Putin gebracht? Oppositioneller Nemzow beleuchtet seine Vermögensverhältnisse. « Froschrad

  3. Ein Mann widersteht aus der Judenfamilie “Die Wollerheims”
    http://www.voelkischerbeobachter.propagazzi.com/html/die_wollerheims.html

    Nicht jeder ist bereit, sich diesem Hartz-IV-Regime zu unterwerfen. So etwa Ralph Boes, Philosoph, Autor, Dozent für Geistesschulung, Referent und Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen e.V. in Berlin, Mitbegründer der „Bundesagentur für Einkommen“, „Kunde“ beim Jobcenter Berlin Mitte und in Vollzeit ehrenamtlich tätig. Er schrieb einschlägigen Stellen:

    „Ab heute widerstehe ich offen jeder staatlichen Zumutung, ein mir unsinnig erscheinendes Arbeitsangebot anzunehmen oder unsinnige, vom Amt mir auferlegte Regeln zu befolgen. Auch die durch die Wirklichkeit längst als illusorisch erwiesene Fixierung auf „Erwerbsarbeit“ lehne ich in jeder Weise ab. Ich beanspruche ein unbedingtes Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben, welches ich einer von mir selbst gewählten, mir selbst sinnvoll erscheinenden und mir nicht von außen vorgeschriebenen Tätigkeit widmen darf –auch wenn ich durch die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse gezwungen bin, dafür Hartz IV in Anspruch zu nehmen.“

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